Dietrich Berndt

Wer war Dietrich Berndt?

Dietrich Berndt war bereits als Kind mit der Homöopathie in Berührung gekommen. Sein Vater, ein Oberpostinspektor, hatte im schlesischen Glogau die ganze Familie homöopathisch behandelt, mit viel Erfolg. Nach dem Medizinstudium und einer schlimmen Zeit des Krieges und der Gefangenschaft ließ sich Dietrich Berndt zunächst in einem kleinen Dorf in Südniedersachsen als praktischer Arzt nieder. Dort, in der aufreibenden Tätigkeit als Landarzt fühlte er bald die Unzulänglichkeit der Schulmedizin. Er stellte ihr mehr Fragen, als sie jemals Antworten zu geben vermochte. Auf der Suche nach einer besseren Medizin kam Dietrich Berndt schließlich zur Homöopathie. Sie wurde für ihn die »rationellste aller Heilmethoden, zum Kernstück einer naturwissenschaftlich wohl fundierten besseren Medizin der Zukunft«. Er mußte sich gleichsam als Autodidakt damit vertraut machen, meist nach Feierabend (wann gab es den schon?) und neben der umfangreichen Tätigkeit in der Landpraxis. Bald hatte es sich im Dorf herumgesprochen, daß der Doktor nun auch homöopathisch behandelte. Dies selektierte seine Patienten. Solche, die sein homöopathisches Heilverfahren akzeptierten, und es waren nicht wenige, brachten auch bald ihre Haus- und Stalltiere voller Vertrauen zu ihm.

In den 60iger Jahren zog Dietrich Berndt nach Göttingen, wo er schnell wieder eine umfangreiche homöopathische Praxis aufbauen konnte. Über viele Jahre hinweg arbeitete er jetzt bis an die Grenze der physischen Erschöpfung. Sein Einsatz für seine Patienten, für die Homöopathie ließ ihn oft, vielleicht zu oft, seine eigene Familie hinten anstellen. Eine schwere, kräftezehrende Krankheit zwang ihn schließlich auf das über ein Jahr andauernde Krankenlager. Lange hat er gekämpft, um auch für sich das richtige Mittel zu finden, wie er es mit großer Genialität für seine Patienten tun konnte.

Seine Ähnlichkeit mit Samuel Hahnemann gab immer wieder Anlaß zu Bemerkungen. Wenn man erleben durfte, wie er mit seinen Hochpotenzen die unglaublichsten Wirkungen erzielte, so könnte man vermuten, daß hier mehr als eine Ähnlichkeit, vielleicht eine Seelenverwandtschaft existiert hat.

Dietrich Berndt hat nie ein homöopathisches Lehrbuch geschrieben. Dazu hat er neben seiner praktischen Tätigkeit wohl keine Zeit gefunden. Gleichwohl hat er eine große Zahl von Veröffentlichungen aufzuweisen. Seine Vorträge auf Tagungen waren immer wieder Beweis für seine geniale Art, mit der Homöopathie umzugehen. 1965 erhielt er dafür die Samuel-Plakette. Diese Veröffentlichungen und Vorträge sowie seine umfangreiche Sammlung von Kasuistiken durchzulesen, ist mit Sicherheit der Wissensvermittlung durch ein Lehrbuch mindestens gleichzusetzen.


Am 26. Februar 1985 verstarb der homöopathische Arzt Dr. med. Dietrich Berndt im Alter von 68 Jahren in Göttingen.
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